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Zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 um 07:26 UhrKommentare

"EFA" sucht den Super-Samen

Praktiker für künstliche Befruchtung bilden sich in Klagenfurt weiter. Sie können fast jeden zweiten Kinderwunsch erfüllen.

Foto © Reuters

Es stimmt, heutzutage muss man sich schon früh beäugen lassen", sagt Laborleiterin Susanne Bulfon-Vogl mit einer homöopathischen Prise Ironie wegen der ungeheuren Fortschritte in der Reproduktionsmedizin. "Früh", das heißt in diesem Fall bereits als männlicher Samenfaden auf dem Weg zum Ei und zur Menschwerdung.

EFA sucht den Super-Samen - unter dem Motto könnte die Fortbildungsveranstaltung stehen, die Bulfon-Vogl zum zweiten Mal organisiert. Über 50 Reproduktionsbiologen und Embryologen sowie acht Unternehmen - etwa aus Schweden oder Australien - haben sich für diesen Workshop des Embryologenforums Austria (EFA) angemeldet. Dort geht es um Hygienefragen: "Ein schwieriges Problem in unseren Labors", sagt Bulfon-Vogl, "denn die Zellen reagieren auf viele Desinfektionsmittel, einschließlich Alkohol, sehr heikel."

Ein weiterer Schwerpunkt heuer ist die Andrologie, die "Lehre vom Mann". Bulfon-Vogl: "In einem Referat geht es um träge Samenzellen. Diejenigen, die es schaffen, von Duftstoffen gelockt zu einer unreifen Eizelle zu schwimmen, fängt man mit einer Injektionsnadel und induziert sie in eine reife Eizelle." Andere Samen werden vieltausendfach vergrößert und nach ihren äußeren Merkmalen beurteilt.

15 Prozent aller Paare kommen mit einem unerfüllten Kinderwunsch in die ärztliche Praxis, weiß Bulfon-Vogl. 3800 Befruchtungsversuche gibt es pro Jahr in Österreich, in Kärnten sind es einige Hundert. Fast jedes zweite Paar wird für seine Bemühungen mit einem Kind belohnt.

Einige Gefahren für die männliche Zeugungsfähigkeit sind unscheinbar-alltäglich: Handys in der Hosentasche, enge Jeans, extremes Mountainbiken oder vorgewärmte Autositze. "Zum Glück gehen die Leute mit dem Thema heute aufgeschlossener um als früher. Unfruchtbarkeit hat ja auch nichts mit Impotenz zu tun und viele Männer mit nicht optimaler Samenqualität stehen medizinischer Unterstützung positiv gegenüber."

Workshop: Samstag, 20. März, 13 Uhr; Klagenfurt, Salzamt. Infos: www.embryologenforum.at, Teilnahme: bulfon@sterignost.at.

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