EM-Gold am besten Tag der Karriere
Eine "Vernunftehe" am Höhepunkt: Doppler/Gartmayer machten sich zur Nummer eins in Europa.

Foto © APAClemens Doppler/Peter Gartmayer
Es ist nicht zwei Jahre her, dass sich Clemens Doppler und Peter Gartmayer zu einer Beachvolleyball-Partnerschaft entschlossen - aus Vernunftgründen. Ihre Partner, Nik Berger und Robert Nowotny, hatten ihren Zenit überschritten. Der erwartete Erfolg scheiterte aber zunächst am labilen Kreuzband von Doppler; gerade in Klagenfurt riss 2006 das Band auf dem Weg ins Viertelfinale.
Fakten
Einen großen Anteil an den Erfolgen hat auch Coach Marco Solustri. Der Italiener hatte 2001 die Betreuung von Berger/Doppler übernommen und erklärte sich danach bereit, auch Doppler/Gartmayer zu trainieren.
Heuer kehrte das Duo zurück - und schien auf Platz neun abonniert zu sein, acht Mal fanden sich die beiden auf diesem Platz. Bis zuletzt in Finnland mit Platz fünf der Bann gebrochen war - rechtzeitig vor der EM in Valencia. Dass Doppler in Europa siegen kann, hatte er mit Berger schon 2003 bewiesen, als er erstmals Europameister wurde. Gestern standen Doppler/Gartmayer aber vor einer schier unmöglichen Aufgabe: Drei Siege mussten für das Finale her, im Halbfinale warteten die Esten Kais/Vesik, gegen die es in Runde drei eine Niederlage gesetzt hatte.
Vier Niederlagen.
Trotz eines Cuts bei Doppler, den ein Ball über dem Auge traf, schaffte das Duo das Kunststück und stand im Endspiel den niederländischen Hallen-Weltmeistern und Olympiasiegern Richard Schuil/Reinder Aart Nummerdor gegenüber, gegen die sie zuvor vier Mal verloren hatten.
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Clemens DopplerFoto © GEPA
Es gibt Tage, da gelingt alles. Im dritten Satz saß der zweite Matchball. "Wir waren im Spielrausch", meinte Doppler, "wir hatten den besten Tag unserer Karriere." Vor einem Jahr hatte er noch am Comeback geschuftet, gestern war er auf dem vorläufigen Höhepunkt. Wenn auch Peter Gartmayer EM-Gold einfach "saugeil" fand - zum Feiern bleibt wenig Zeit: Schon heute geht's es nach Rom zum Training für ein großes Ziel: Olympia 2008. Und wie sagte Doppler im Siegesrausch: "So können wir jeden schlagen."
Ergebnisse
Semifinale:
Clemens Doppler/Peter Gartmayer (AUT) - Kristjan Kais/Rivo Vesik
(EST) 2:1 (18,-16,9)
Finale (18:00 Uhr):
Clemens Doppler/Peter Gartmayer (AUT) - Richard Schuil/Reinder Aart
Nummdor (NED) 2:1 (21:19,19:21,15:13)
EM-Fakten
- Spielort: Playa de la Malvarossa, Valencia
- Preisgeld: 200.000 Euro (1. 20.000/2. 15.000/3. 10.500 Euro)
- Spielmodus: Je 24 Teams im "double elimination"-Modus (Ausscheiden nach zweiter Niederlage)
- Turniertage: Damen - Donnerstag bis Samstag, Herren - Freitag bis Sonntag
- Titelverteidiger: Julius Brink/Christoph Dieckmann (GER), Natalja Urjadowa/ Alexandra Schirjajewa (RUS)













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