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Zuletzt aktualisiert: 04.03.2008 um 09:23 Uhr

Matthias Lanzinger: Ungewollt in den Schlagzeilen

Ein Sturz rückt den Schifahrer Matthias Lanzinger ins Rampenlicht.

Matthias Lanzinger

Foto © GEPAMatthias Lanzinger

Für viele ist es ein Traum-Beruf: Schifahrer in Österreich zu sein, das verspricht Ruhm, Ehre und im besten Fall auch ein gutes finanzielles Polster. Matthias Lanzinger ist Schifahrer. Allerdings einer aus jener Generation, die zwischen den Maiers, Knauß', Raichs und Strobls ein wenig unterging. Immer am Sprung in die Weltspitze, doch nie dort angekommen. Immer wieder mit achtbaren Resultaten, doch nie ganz oben. Immer mit achtbarer Leistung, doch meist hinter einem anderen aus dem eigenen Team, der die Schlagzeilen absahnte.

Immer freundlich. Matthias Lanzinger ist einer der Nettesten und Sympathischsten im Schi-Team. Nie laut, immer freundlich. Und nie wirklich vom Glück begünstigt. Jedes Mal, wenn er endlich ins Rampenlicht zu treten schien, anklopfte an den Leistungsbereich der Großen, stoppte ihn etwas. Meist eine Verletzung. Dabei hatte die Karriere des Salzburgers zuvor beinahe bilderbuchartige Züge: Mit drei Jahren begleitete er die beiden älteren Schwestern in der Heimat Abtenau auf die Piste, mit fünf gewann er sein erstes Rennen. Mit 19 wurde er dann in Kanada Junioren-Vizeweltmeister, schaffte es in den Europacup, die zweite Liga des Schisports.

Weltcup. Dort war er im Jahr 2004 die Nummer eins der Gesamtwertung und kam in den Weltcup. Seit drei Jahren ist der Zeitsoldat nun im Kreis der Besten, ein einziges Mal, im Dezember 2005, reichte es für das Podest, drei Mal für die besten Zehn. Lanzinger, der auch privat das Tempo liebt und begeisterter Motorrad-Fahrer ist, war oft in Teilzeiten schnell, selten aber im Ziel.

Bestzeit. Doch der 27-Jährige ist ein Kämpfer - und gerade in Kvitfjell wollte er es beweisen. Im Wissen, dass sein Zimmerkollege Bestzeit erzielt hatte, stürzte er sich ins Rennen. Mit Bestzeit im dritten Abschnitt kam er in den Zielhang, stürzte - und blieb mit einem offenen Unterschenkelbruch liegen. Eine Handlung beschreibt Lanzinger vielleicht am besten: Als er im Ackja liegend aus der Bewusstlosigkeit erwachte, forderte er ein Handy, um seinem Freund Georg Streitberger zum Sieg zu gratulieren. Seither arbeiten die Ärzte fieberhaft daran, sein linkes Bein zu retten, Lanzinger liegt in künstlichem Tiefschlaf und ist Thema. Auf diese Schlagzeile hätte er sicher gerne verzichtet.

MICHAEL SCHUEN

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